Gedichte – Poems

März Déjà-vu 2077

Präsent
Turnschuhe
Rückwärts rennend im Fall
mit
Zitrone beträufelt

84 Jahre davor
gleiches Hotel
anderer Name
zerquetscher Fuß
Turnschuhe stets weiß
zerquetscher Fuß

Idol aus Stahl
Zermürbt zwischen Granit
7702
Kann sein
Sonnenstrahlenhell
durchzogen die Adern
Meine Schuhe sind nicht mehr weiß

Alles ist in bester Ordnung

Berührung mit den Fingern,
Fest auf dem Boden stehend.
Auf die Lippen gebissen,
Den Kopf zur Seite gestreckt,
Anwinkeln der Beine,
Bis zur richtigen Lage.
Meister der Situation,
Alles ist in bester Ordnung.

Vom Sinn

Ist es der Geist, der sich über allem erhebt?
Ist es der Körper, der alles bewegt?
Ist es der Verstand, um den sich alles dreht?
Oder ist es vielmehr das Große und Ganze,
dass alles erlebt?

Ob Sinn und Verstand auch immer eine Einheit wären,
dass läßt sich erst im Laufe der Zeit klären.

Vom Unsinn

Die Kuhglocke schält im Morgengrau,
im Stahl wiert schon die Sau.
Der Hengst steh Kopf auf der Mistgabel
Und ich kratzt mir am Bauchnabel.

Die Mülltonne steht am Klippenhang,
der Klodeckel hängt im Gang.
Die Müllabfuhr kommt heut nicht mehr,
gegen Mitternacht ist die Vollmilch leer.

Draussen erhebt sich der Kinderchor,
es schallt wie der D-Zug durch mein Ohr.
Die Glocke springt im Viereck,
ja morgen, da ist alles weg.

Keks im Gehirn

Der Keks im Gehirn,
Er lebt! Er lebt!
Fang jetzt nicht an zu schwafeln,
Es ist der Keks im Gehirn.
Gibts du Milch dazu erweicht er.
Ein schwammiger Keks im Gehirn.
Zu viel Input verdirbt ihn,
Zu wenig Information macht ihn kleiner.
Lass ihn leben,
Den Keks im Gehrin!

FREIRAUM

Der freie Raum.
Was ist das?
Frei an Raum –

Der begrenzte Raum
Die unendliche Weite der Galaxie
Der freie Raum des Universums
unseres Sonnensystems, des Paneten
Was ist das alles zum begrenzten Raum einer Gefängniszelle?

Der freie Raum ist die Gedankenfülle,
ist das selbsterfüllende Sein,
die Unbeschränktheit der Intelligenz.
So frei, ohne an die vier eigenen Wände zu denken.

Kannst du ihn sehen?
Kannst du ihn schmecken?
Kannst du ihn riechen?
Kannst du ihn hören?
Kannst du ihn fühlen?
Das ist mehr als du dir vorstellen kannst.

FREIRAUM

Die runde Ecke

Von der Wand bis an die Ecke,
Von der Seite bis zur Biegung,
Von der Rundung in die Neigung,
Von der Ritze bis zum Loch

und die Welt, die dreht sich doch!

Sinn und Zweck

Man stelle die Zutaten zusammen. Man stelle den Kochtopf auf den Herd.
Man nehme dazu:

Eine Prise Leichtigkeit
2 Esslöffel Heiterkeit
1 Tasse Zweck
2 Tassen Sinn
3 Tassen Verstand

und gieße das Ganze mit Wasser auf. Unter ständigem Rühren kommt die Suppe zum kochen. Sie brodelt für eine halbe Stunde auf dem Herd. Nun kommt das Abschmecken. Eventuell kommt noch ein Hauch Verzweiflung dazu. Das gibt dem Ganzen die spezielle Würze.
Man nehme die Suppe vom Herd und fülle sie in Tellern ein.
Wohl bekomms!

A+E=G

A wie alle
A wie Anfang
A wie Apfel

Ah, ja, machen sie mal Ah beim Arzt.

E wie Emil
E wie Ende
E wie Eisenbahn
Eh eh eh, E das ist und bleibt…

Es war einmal –

G wie Ganz
G wie gut
G wie Gesamtheit des Ganzen.

Am Anfang und am Ende sind wir gleich.

Die Fuge

Zwischen den Ritzen, ja
da sitzt die Fuge.
Sie macht es sich bequem.
Sie fühlt sich zu Hause.

Die Fuge kann dir viel erzählen,
die Fuge weiß Bescheid.
Sie liebt den Müßiggang der Zeit.

Zwischen den Ritzen der Kacheln,
ja, gib acht (!)
Hat sie sich verkrochen,
und sieht die Menschen zoffen.

Die Fuge ist stets still,
Die Fuge ist bescheiden,
Sie kennt aller Menschen leiden.

Liebe

Was gibt es von der Liebe zu erzählen?
Was wurde nicht alles über sie geschrieben?
Wo überall ist sie zu finden?

Die Liebe, ja, die liegt im Detail.

 

GEDICHTE – POEMS

VOM SINN

Ist es der Geist, der sich über allem erhebt?
Ist es der Körper, der alles bewegt?
Ist es der Verstand, um den sich alles dreht?
Oder ist es vielmehr das Große und Ganze,
dass alles erlebt?

Ob Sinn und Verstand auch immer eine Einheit wären,
dass läßt sich erst im Laufe der Zeit klären.

VOM UNSINN

Die Kuhglocke schält im Morgengrau,
im Stahl wiert schon die Sau.
Der Hengst steh Kopf auf der Mistgabel
Und ich kratzt mir am Bauchnabel.

Die Mülltonne steht am Klippenhang,
der Klodeckel hängt im Gang.
Die Müllabfuhr kommt heut nicht mehr,
gegen Mitternacht ist die Vollmilch leer.

Draussen erhebt sich der Kinderchor,
es schallt wie der D-Zug durch mein Ohr.
Die Glocke springt im Viereck,
ja morgen, da ist alles weg.

JEDER ECHTE HERZSCHLAG

Jeder echte Herzschlag – nur für dich!
Jeder echte Herzschlag,
ein Sog, ein Taumel des Glücks.

Es pocht in meiner Brust,
unaufhörlich.
Es pocht in meiner Brust,
voll Lebensgier.

Jedes Zucken ein Gefühl.
Jeder Gedanke … ist doch zu viel?
Jedes Pochen meines Herzens,
… ist doch voller Schmerzen.

Der Herzschlag gibt keine Ruh,
die Sehnsucht treibst voran.
Der Herzschlag: Das bist du!
So warte nimmer bis dann und wann!